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Zusatzqualifizierung Online-Supervision / Online-Coaching

(zur DGSv-Zertifizierung vorgelegt)

Qualifizierungsziel

Vernetzung, Digitalisierung und Flexibilisierung haben in großen Teilen der Arbeitswelt längst Einzug gehalten. In anderen Arbeitsbereichen wurde erst durch die Corona-Pandemie und die damit einhergehende Notwendigkeit zum „social distancing“ wahrgenommen, dass diese Formen der Online-Kommunikation nicht nur in Krisenzeiten zur Resilienz von Unternehmen, Institutionen und Organisationen beitragen können, sondern auch spezifische Vorteile bieten. Diesen Chancen der Online-Kommunikation stehen Risiken und Nachteile gegenüber.

Bisher fehlt ein professioneller, systematischer und kritisch-reflexiver Aufbau von Digitalisierungskompetenzen weitgehend auch für die Beratung. Supervision, die der Rahmen- und Settinggestaltung ihres Beratungsangebots traditionell viel Beachtung schenkt, hat sich weitgehend mit analoger Beratung sowie mit ihren über viele Jahre entwickelten Verfahren identifiziert. Die Corona-Krise hat deutlich gemacht, dass ein Aufbau von Online-Beratungskompetenzen erforderlich ist, um die Zukunftsfähigkeit der Beratungsszene zu sichern. Damit würden Supervision, Coaching und Beratung nicht nur eine nachholende Anpassung an die sich verändernden Beratungswelten vornehmen, sondern sich auch für neue Zielgruppen und Geschäftsfelder öffnen.

Ziel unseres Qualifizierungskonzeptes ist ein ebensolcher Aufbau von umfassender, reflektierter Digitalisierungskompetenz.

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Inhalte

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Die Qualifizierung findet weitegehend digital statt – wir nutzen die Vorteile, die die Digitalisierung bietet und reflektieren gleichzeitig kritisch deren Wirkungsweisen. Durch die Online-Didaktik eröffnen wir einen Erfahrungs- und Reflexionsraum für die Teilnehmenden was Möglichkeiten und Grenzen des Formates betrifft. Ein einmaliges analoges Seminar dient als kontrastierender Erfahrungs- und Reflexionsrahmen und als Möglichkeit, die Wirkungsweise einer Online-Beratungs- Persönlichkeit zu entwickeln.

Diese Triade von digitaler Arbeitswelt, digitaler Beratung und digitaler Didaktik der Qualifizierung dient uns als dauerhafte Folie der Selbstbeobachtung, des gemeinsamen Lernens und kritischen Reflektierens und der Professionsentwicklung in Richtung Beratung 4.0.

Die Modulreihe versteht sich nicht als reine Methodik-Schulung, sondern setzt einen Schwerpunkt auf den Erwerb von digitaler Feldkompetenz.

Die Reflexion der arbeitsweltlichen Kontexte digitalen Arbeitens in ihren Chancen und technischen Möglichkeiten, aber auch im Hinblick auf Entgrenzungsdynamiken und die damit verbundenen Risiken steht am Anfang des Curriculums.

Eine handlungsfähige Berater*innenpersönlichkeit vereint in unserem Verständnis Wissen um konkrete Ausformungen und Wirkungen der agilen Arbeitswelt, Anwendungsfähigkeit analoger und digitaler Beratungsformen, sowie eine persönliche Haltung, die von Offenheit und Neugier, aber auch von kritischer Distanz geprägt ist.

Die Qualifizierung soll dazu beitragen, die hohen Qualitätsstandards, die sich für Supervision und Coaching etabliert haben, auch im Bereich der Online-Beratung zu etablieren. Die Teilnehmenden sollen entsprechende Entwürfe als Referenzrahmen für die Formulierung ihres eigenen Professionalitätsanspruch reflektieren.

Konkret setzen wir uns auch mit den neuartigen Rahmenbedingungen auseinander, z.B.:
  • Wie kann und muss der virtuelle Raum geschützt werden?
  • Wie erfolgen Akquise, Auftragsklärung, Bilanzierung und Abschluss von Beratungsprozessen?
  • Wie verändern sich Länge und Frequenz der Sitzungen innerhalb eines Prozesses?
  • Ist ein Wechsel der Beratungsformen, eine „Hybridisierung“, sinnvoll und möglich und wenn ja, wie?
  • Wie werden Settingänderungen und Kontraktänderungen vereinbart und vollzogen?
  • Wie geht man mit Abbrüchen und anderen kritischen Situationen und Themen um?
  • Wie wird abgerechnet und die Bezahlung der Beratung gewährleistet?

In der Qualifizierung ist aber weniger die Frage leitend alle Details zu klären, sondern vielmehr einen Kompass zu entwickeln, der es Online-Berater*innen ermöglicht kompetent und schnell Einzelfragen selbst zu entscheiden. Zu solch einem Kompass gehören in erster Linie ethische Standards, Datenschutzstandards, Kommunikationsstandards sowie Wirkungsbewusstsein über die verschiedenen Beratungsformen, das durch Selbsterfahrung, Austausch und Forschung erworben werden soll.

In der Qualifizierung zur*zum Online-Berater*in erproben wir verschiedene Formen der Beratung und regen zur Selbstreflexion an: Welche Medien entsprechen mir, mit welchen kann ich mich anfreunden, welche erlebe ich als problematisch, wo komme ich an meine Grenzen? So bildet sich ein persönliches Portfolio heraus und eine Sicherheit im Umgang mit einem erweiterten Angebot, das sich mit Bedarfen der Zielgruppen deckt.

Services

Rahmen der Zusatzqualifizierung

Online-Supervision / Online-Coaching


Die Qualifizierung erstreckt sich über sechs Monate und ist in sechs Module gegliedert, die jeweils einmal monatlich Freitag & Samstag stattfinden.


Das Curriculum umfasst

– 80 Stunden (UE) Seminar, davon 62 UE online und 16 UE in Präsenz
– ca. 32 Stunden (UE) Peergruppenarbeit
– je ein Prozess Lernsupervision im Einzel- und Gruppen-Setting à 3-5 Sitzungen
– 5 Sitzungen Einzellehrsupervision
– Online-Zugang für Texten, links zu Lernvideos, Austausch von Materialien
– Selbststudium, Abschlussprüfung


Zugangsvoraussetzungen sind

–     eine DGSv- / ÖVS-/ BSO-qualifizierte Supervisions- oder Coachingausbildung oder die erworbene Mitgliedschaft in einem anerkannten Verband
–     technische    Voraussetzungen:   internetfähiges Endgerät, Mikrofon und Kamera, Telefon, E-Mail-Account
–     Klient*innen, die bereit sind, sich parallel zur Qualifizierung online beraten zu lassen (Online-Lern-Supervision)
–     Bewerbungsformular und Zulassungsgespräch


Maximal 12 Teilnehmer*innen können teilnehmen und werden über ein frei zu wählendes Online-Format (E-Mail, Online-Meeting, Telefon) in Einzelgesprächen ausgewählt und vorbereitet. Dabei werden die Zugangsvoraussetzungen sowie die Erwartungen / Motivation für die Qualifizierung geprüft.

Die Qualifizierung erstreckt sich über sechs Monate und ist in sechs Module gegliedert, die jeweils einmal monatlich Freitag & Samstag stattfinden.


Die Teilnehmer*innen haben am Ende die Möglichkeit zwischen drei Abschlussleistungen zu wählen:

1. eine 30 minütige Life-Online-Supervision
2. die Vorstellung einer Fallreflexion
3. die Vorstellung des eigenen Konzeptes der Online-Supervision

In jeder der drei Prüfungsformen müssen die Teilnehmenden ihre Kompetenz zur Gestaltung des Rahmens und der Datensicherheit, technische Kompetenzen sowie Prozess und Methodenkompetenz darstellen. Analog eines Kolloquiums bekommen die Teilnehmenden Feedback aus der Gruppe und von der Qualifizierungsleitung.
Die Qualifizierung wird mit einem BASTA-Zertifikat abgeschlossen. Mitglieder der DGSv erhalten darüber hinaus ein Zertifikat der DGSv.


Die Qualifizierung kostet 1.800,- Euro und kann in monatlichen Raten von 6 x 300,- Euro gezahlt werden. Das Honorar für Lehrsupervision wird mit den jeweiligen Lehrsupervisor*innen verhandelt und direkt vergütet.

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Aufbau der Zusatzqualifizierung

Modulbeschreibung Online-Supervision / Online-Coaching

Digitales Arbeiten und Online-Beratung

(Dr. Falko von Ameln & Alice Gayed, 1./2.10.2021)

 

Ziel des ersten Moduls ist ein erster Erfahrungs- und Erwartungsaustausch anhand von bereits erlebten Onlineberatungen in verschiedenen Rollen, sowie die Reflexion dieser ersten digitalen Begegnung innerhalb der Gruppe.
Die Teilehmenden setzen sich außerdem mit verschiedenen Blickwinkeln digitaler Arbeitswelten (von Führung bis Klient*innenebene) und verschiedenen Gestaltungsformen der digitalen Teamkooperation (von Home Office über virtuelle Teams bis hin zu Crowdworking) auseinander. Sie reflektieren, auf welche organisationalen Problemlagen diese Konzepte reagieren und welche Chancen und Folgeprobleme sich für Organisationen, Teams, Führungskräfte und Klient*innen ergeben.

Technische und rechtliche Grundlagen der Online-Beratung

(Janna Buchele & Robert Kademann, 15.10./16.10. 2021)

 

In diesem Modul lernen die Teilnehmenden verschiedene Online-Beratungsformen kennen, erproben sie und reflektieren deren Wirkung. Rechtliche Grundlagen werden erörtert und Fragen dazu geklärt. Die spezifische Aufgabe der reflektierten Begleitung tiefgreifender Transformationsprozesse in Organisationen, die der Supervision / dem Coaching innerhalb der Arbeitswelt 4.0 zukommt, wird umrissen und diskutiert.

Prozessgestaltung in der Online-Beratung

(Janna Buchele & Robert Kademann, 26.11./27.11. 2021)

 

In diesem Modul erweitern die Teilnehmenden ihr persönliches Beratungskonzept um ein Online-Portfolio. Sie setzen sich mit Fragen der Bedarfe ihrer Zielgruppe, der Vermarktung ihres Online-Angebots und der eigenen Vorlieben verschiedener Beratungsmöglichkeiten auseinander. Fragen von Kontraktgestaltung, Gestaltung des Arbeitsbündnisses, Prozessführung, Methodenvielfalt, Kontraktänderung und Abschluss eines Prozesses sowie Mischformen der analogen und digitalen Formate werden erörtert.

(Präsenz): Virtuelle und analoge Beratung – ein Vergleich

(Prof. Dr. Stefan Busse & Alice Gayed, 17./18. 12.2021)

 

Ziel dieses Moduls ist einmal die Kontrastierung von Begegnung im virtuellen mit Begegnung im analogen Raum und deren Reflexion. Eingeschlossen sind persönliche Feedbacks zur Wirkung der Berater*innenpersönlichkeit im virtuellen Raum.
Einzelne Protokolle digitaler Beratungen der Teilnehmenden werden in Form von reflecting teams beforscht und mit Hilfe der Ergebnisse wird ein Kompetenzprofil für Online-Beratung entwickelt und gemeinsam ethische Standards erarbeitet. Verschiedene Faktoren von Diversität werden beleuchtet, die im Wesentlichen die Beteiligungsmöglichkeiten unserer Klient*innen an Online- Supervision beeinflussen und deshalb von uns Anbietenden reflektiert werden müssen.

Analoge Interventionen im digitalen Raum

(Dr. Falko von Ameln & Janna Buchele, 14./15.1.2022)

 

Analoge Interventionen schaffen in Supervisions- und Coachingprozessen handlungs- und erfahrungsorientierte Erlebensräume, mit denen individuelles Erleben und Gruppenprozesse oft auf eine qualitativ andere Weise bearbeitet werden können als über rein sprachliche Zugänge. Auch in Online-Beratungsprozessen können solche Methoden genutzt werden. Hier braucht es allerdings spezifische Konzepte für eine online- taugliche Adaptation der eigenen Vorgehensweise, um als Supervisor*in oder Coach handlungsfähig zu sein. Fehlen diese spezifischen Kompetenzen, kann die Dynamik des Online-Formats zu einer Verarmung der eigenen Arbeitsweise führen. In diesem Modul sollen die Teilnehmenden daher verschiedene Möglichkeiten für eine kreative Gestaltung von Beratungsprozessen mit analogen Methoden kennen- und anwenden lernen.

Präsentation und Abschluss

(Alice Gayed & Dr. Falko von Ameln, 11.2./12.2.2022)

 

In diesem Modul findet die Abschlussprüfung in Kleingruppen statt. Alle Teilnehmenden haben ca. 30 min Zeit für eine Präsentation: eine Life-Supervision, eine Prozessreflexion oder die Vorstellung des eigenen Konzepts.
Die Präsentationen werden anhand der Kriterien des bereits in Modul vier vorgestellten Kompetenzprofils reflektiert.
Die Qualifizierung endet mit diesem Modul, sie wird im Gesamten reflektiert und evaluiert.

Wer führt die Zusatzqualifizierung durch?

Dozent*innen für Online-Supervision / Online-Coaching

JannaBuchele2021

Janna Buchele

Systemischer Coach (SG), Supervisorin (DGSv), Agile Organisationsentwicklerin (NextU), Online-Beraterin (DGOB), Soziokratieberaterin i.A.

StefanBusse

Prof. Dr. Stefan Busse

Diplompsychologe, Hochschullehrer Fakultät Soziale Arbeit, Hochschule Mittweida, Studiengangleiter des Zertifikatstudienganges „Supervision und Coaching“, Supervisior und Coach (DGSv), sozialpsychologisches Training, Fort- und Weiterbildung; Leipzig

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Alice Gayed

Sonderpädagogin für Erziehungshilfe und Förderpädagogik, Coaching, Supervisorin (DGSv), Weiterbildnerin und Lehrbeauftragte FH, Leipzig

RobertKademann2021_new

Robert Kademann

Diplompädagoge, Organisationsberater (M.A.), Supervisor und Coach (DGSv), zertifizierter Mediator, Leipzig

FalkoVonAmelnNew

PD Dr. Falko von Ameln

Diplompsychologe, Supervisor und Organisationsberater, Norden

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